Liebe ZAK-Teilnehmende, ZAK-Freund*innen und Interessierte,
nach der Freude und Aufregung über den Förderpreis für Inklusion der Stadt und Region Hannover hat uns inzwischen der Alltag wieder eingeholt. Und wir merken: So ein Preis ist schön – aber er verändert die Welt nicht automatisch.
Es ist weiterhin Krieg in der Ukraine, im Nahen Osten und an vielen anderen Orten. Soziale Sicherungssysteme werden zunehmend abgebaut. Autoritäre Kräfte gewinnen weltweit an Einfluss. Wir könnten darüber tief seufzen, wissend nicken und diesen Newsletter an dieser Stelle beenden. Verändern würde das allerdings nichts.
Denn Empörung allein reicht nicht aus. Das Benennen von Problemen ist wichtig – aber nur ein erster Schritt. Auch ein Like, das Teilen eines Beitrags oder das Unterschreiben einer Petition ersetzen nicht die Frage: Was tun wir selbst?
Veränderung beginnt dort, wo Menschen selbst in Bewegung kommen. Nicht unbedingt groß oder spektakulär, sondern oft im Kleinen. Vielleicht kennen Sie das afrikanische Sprichwort: „Viele kleine Menschen, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“
Veränderung beginnt im Alltag
Natürlich wäre es schön, wenn ein paar Demonstrationen oder Unterschriftensammlungen ausreichen würden, um Missstände zu beseitigen. Und ja: Manchmal bewirken sie tatsächlich viel. Aber wenn wir ausschließlich darauf warten, dass „die Politik“ alles richtet, verpassen wir eine wichtige Möglichkeit: In unserem Alltag Samen für Veränderung zu säen.
Gerade in Zeiten, in denen große gesellschaftliche Entwicklungen oft überwältigend wirken, brauchen wir neue Wege, um solidarisch zu handeln.
Ein Beispiel dafür sind die Nachbarschaftsnetzwerke in der amerikanischen Stadt Minneapolis: Dort haben sich Menschen über Messenger-Gruppen organisiert, um zugewanderte Nachbar*innen vor Verhaftung und Abschiebung durch die Einwanderungsbehörde ICE zu schützen.
Nicht alle von uns haben die Kapazitäten für politisches Engagement, Ehrenamt oder die Möglichkeit, inklusive Arbeitsplätze zu schaffen. Viele sind schon damit beschäftigt, ihren Alltag irgendwie zu bewältigen. Trotzdem lohnt sich die Frage:
Was können wir konkret tun?
Was wäre eine kleine Handlung, die Sie heute tun könnten, um Inklusion und Teilhabe zu stärken?
Einige Anregungen:
Nicht ohnmächtig bleiben
Die Zeiten sind anstrengend, manchmal überwältigend. Doch Menschen haben auch unter viel schwierigeren Bedingungen Wege gefunden, ihre Welt mitzugestalten – trotz Krieg, Diktaturen, Verfolgung oder gesellschaftlicher Ausgrenzung. Nicht ohne Schmerz oder Erschöpfung. Aber dennoch lebendig, widerständig und handlungsfähig.
Vielleicht geht es gerade jetzt weniger darum, alles sofort zu lösen. Sondern darum, einander nicht zu verlieren. Verbindung aufrechtzuerhalten. Haltung zu zeigen. Und die Welt dort mitzugestalten, wo wir tatsächlich Einfluss haben.
Lassen Sie uns gemeinsam weiter an einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft arbeiten. Wir im ZAK bemühen uns jeden Tag darum, dafür pragmatische und zugleich wirksame Wege mit Ihnen zu entwickeln.
Mit herzlichen Pusteblumengrüßen
Simone Hatami und das ZAK-Team
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