Das ZAK Germany-Logo - ein ZAK Germany Schriftzug neben einer blauen, stilisierten Pusteblume. Das Z ist pink, das A ist lila, das K ist dunkelblau und das Germany ist mittelblau.

ZAK Germany gewinnt den "Förderpreis für
Inklusion in der Wirtschaft" der Region Hannover

Bei der Preisverleihung am 11. Mai 2026: Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover (v.l.n.r.), Larysa Dumenko, PhilipSchatz, Simone Hatami und Anja Ritschel, Wirtschaftsdezernentin der Landeshauptstadt Hannover

Videos von der Preisverleihung am 11. Mai 2026

Laudatio der Wirtschaftsdezernentin der Landeshauptstadt Hannover, Anja Ritschel
Dankesrede der Inhaberin des ZAK, Simone Hatami
Mit dem Preis zeichnen die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover jedes Jahr Unternehmen aus, die mit konkreten Maßnahmen Menschen mit Behinderung den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und Chancengleichheit sichern.

Wir fühlen uns sehr geehrt- und auch gesehen, mit dem was wir tun.
Manchmal ist genau das der Erfolg und der Lohn unserer Arbeit- gesehen, gehört und einbezogen zu werden, wenn es um Inklusion und Teilhabe geht. Dieser Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft gebührt mehr als 50 Menschen, die alle zusammen das ZAK ausmachen und es jeden Tag gemeinsam gestalten.

Denn wir vermitteln inklusive Konzepte nicht nur in unseren Schulungen oder in anderen Unternehmen - wir leben das auch ganz praktisch jeden Tag im Selbstversuch. Und dabei geht es nicht um die Frage, wie wir es für Einzelne passend machen. Es geht um die Frage, wie wir den Rahmen so gestalten, dass er für alle passt.

So einen Rahmen zu gestalten, aus dem keiner rausfällt, ist eine hochkomplexe Aufgabe. Deshalb machen wir es genau anders herum: wir gestalten das Bild gemeinsam, ohne es in einen Rahmen zu pressen. Getreu unserem Motto:

„Wenn alle besonders sind,
ist niemand mehr anders!“

Dafür nutzen wir 3 Werkzeuge:

Kommunikation: Wir gestalten die Kommunikation barrierefrei. Das bedeutet nicht, das wir alle EINE Sprache sprechen. Es bedeutet, dass wir alle im ZAK die Bereitschaft haben, uns auf unterschiedliche kommunikative Bedürfnisse einzustellen und diesen jeweils individuell gerecht zu werden. Fällt es eine*r Person schwer zu telefonieren, schreiben wir eben Emails oder treffen uns in Zoom. Kann eine Person nicht an einer Besprechung teilnehmen, nehmen wir sie auf Video auf zum später Anschauen (funktioniert auch gut mit Anleitungen, falls jemand Dinge mehr als einmal erklärt haben braucht)

Digitale Zusammenarbeit: Wir arbeiten vorwiegend digital und zeitlich versetzt auf allen möglichen Kanälen miteinander. Genau das ermöglicht unsere bundesweite Vernetzung, die bedürfnisorientierte Kommunikation und die freie Gestaltung des Arbeitsrahmens - so wie es jede Person eben braucht.

„So wie Du bist…“: Viele Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen haben schwierige berufliche Laufbahnen mit vielen Misserfolgen hinter sich. Viele Eltern von behinderten Kindern können nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen einer Arbeit nachgehen. Im ZAK haben viele solcher Menschen einen Ort gefunden, an dem sie sich finden- oder neu erfinden können. In einem Umfeld, in dem sie einfach so akzeptiert werden, wie sie sind und mit dem, was und wie sie einbringen können. Und nicht selten tauchen dabei versteckte Schätze in Form von Potentialen auf, die ihnen langfristig eine berufliche Existenz sichern.

Für viele dieser Menschen wäre eine Festanstellung und ein fester Rahmen in einem Vertrag außerhalb ihrer Lebensrealität.

Da ist die autistische Anwältin, die sich nach langem Burnout nur langsam wieder in die Arbeitswelt wagt. Der Erzieher mit der Depression, der phasenweise einfach mal nicht kann. Der Psychologe mit dem ADHS, der dreimal erinnert werden muss und trotzdem gerne mal was vergisst. Die Mutter mit dem autistischen Kind, dass sie regelmäßig mangels Schulbegleitung selbst in die Schule begleitet. Und so viele andere, die ihre Arbeitskraft und ihr Können nur zu ihren ganz eigenen Bedingungen zur Verfügung stellen können. Außerhalb von gesetzlichen Arbeitszeiten, einem festen Rahmen und gesellschaftlichen Konventionen. Und jeder dieser Menschen macht unser Gesamtbild im ZAK bunter und

Für diese Menschen ist die Freiberuflichkeit der ideale Weg, ihren Lebensunterhalt möglichst barrierefrei und selbstbestimmt zu gestalten. Es gibt inzwischen Projekte von Integrationsfachdiensten in einigen Städten, die Menschen mit Behinderungen gezielt bei der freiberuflichen Existenzgründung unterstützen. Vielleicht wäre das ja ein Modell, das sich bundesweit umzusetzen lohnen würde? Falls jemand Fragen hat wie das gehen könnte - wir im ZAK hätten da ein paar Antworten 😊

Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Zuständigen der Stadt und Region Hannover, die uns für diesen Preis ausgewählt haben. Es tut uns wirklich gut, mit diesem Preis so viel Wertschätzung für unsere Arbeit zu bekommen.

Ich bedanke mich auch bei den vielen ZAkianer*innen, die jeden Tag ihr Bestes geben, trotz aller Barrieren und Hindernisse. Ohne euch gäbe es das ZAK nicht!

Und ich bedanke mich bei Ihnen, liebe ZAK-Teilnehmende, ZAK-Freund*innen und Interessierte, denn Sie tragen unsere Ideen und Methoden hinaus in die Gesellschaft, in ihre Familien, ihre Arbeitsstellen, in Hilfeplangespräche und Teambesprechungen und in den ganz normalen Alltag. Wie die Pusteblumensamen, die nicht ohne Grund einen Platz in unserem Logo gefunden haben. Gemeinsam können wir unsere Gesellschaft inklusiver und offener gestalten – gerade in Zeiten wie diesen ist das nötiger denn je!

Unverzagt und dankbar,
Simone Hatami und das ZAK-Team

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